Ob Kugelschreiber, Aufkleber oder Fahne: Form, Material und Oberfläche der Druckfläche geben vor, welche Druckverfahren für den jeweiligen Werbeartikel technisch infrage kommen. Erfahren Sie, worin sich Digitaldruck, Tampon-, Sieb-, Transfer-, Sublimations- und Offsetdruck unterscheiden, welche Rolle Motiv, Auflage und variable Daten bei der Auswahl spielen und wie Sie Markenfarben, Weißdruck, Beständigkeit und Druckdaten für Ihren Auftrag richtig einordnen.
Warum richten sich Werbedruck und Druckverfahren nach dem Werbeartikel?
Wenn Sie dasselbe Motiv – etwa einen Claim oder Ihr Firmenlogo – auf unterschiedliche Werbeartikel drucken lassen, ändern sich die technischen Voraussetzungen für den Werbedruck mit dem Produkt. Ein Kugelschreiber bietet meist nur eine kleine, gewölbte Fläche. Bei einem transparenten Aufkleber beeinflusst der Untergrund die Farbwiedergabe. Eine Fahne muss auch aus größerer Entfernung lesbar bleiben und wird im Außenbereich zusätzlich durch Sonne, Feuchtigkeit und Wind beansprucht. Den Werbeartikel für Ihren Werbedruck wählen Sie nach Anlass, Zielgruppe und Einsatzbereich aus. Einen Überblick über Arten und Einsatz von Werbeartikeln gibt der Ratgeber Was sind Giveaways?, Anregungen für die Auswahl liefert der Ratgeber Werbeartikel-Ideen.
Steht der Artikel fest, bestimmen Material, Oberflächenbeschaffenheit und Form der Druckfläche, welche Druckverfahren technisch infrage kommen: Material und Oberfläche beeinflussen, wie gut eine Druckfarbe haftet, Form und Größe der Fläche, ob eine Druckform sie gleichmäßig erreicht.

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Welche Eigenschaften des Werbeartikels sind für den Werbedruck entscheidend?
Wie groß Ihr Motiv im Werbedruck gedruckt werden kann, hängt von der Druckfläche ab, die für den jeweiligen Artikel mit Maßen und Position festgelegt ist. Die Maße dieser Fläche ergeben sich aus der Form des Artikels und aus dem Druckverfahren. An einem Kugelschreiber schränken beispielsweise Clip, Griffzone oder eine starke Rundung den nutzbaren Bereich ein. Bei einem bedrukten Aufkleber legen Sie die Fläche über das gewählte Format fest; dort beeinflussen vor allem Folienfarbe und Transparenz das spätere Druckbild.
Welches Druckverfahren Ihr Motiv sauber und dauerhaft auf den Artikel bringt, hängt dagegen vor allem vom Werkstoff und von der Beschaffenheit der Oberfläche ab. Ob sie eben oder gekrümmt, lackiert, beschichtet oder transparent ist, beeinflusst, wie gut sich die Druckfarbe verteilt und haftet und ob eine Druckform die Fläche gleichmäßig erreicht.

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Das gilt ebenso, wenn Sie sich bei der Artikelwahl für nachhaltige Werkstoffe wie Bambus, Kork oder recycelte Kunststoffe entscheiden: Auch dort richtet sich die Wahl des Verfahrens nach Material und Oberfläche. Nach welchen Kriterien Sie solche Materialien auswählen, beschreibt der Magazinartikel Nachhaltige Werbeartikel.
Wie beeinflusst eine kleine oder gewölbte Fläche den Druck?
Auf einem bedruckten Kugelschreiber oder individualisiertem Feuerzeug muss die Farbe auf einer kleinen und häufig gekrümmten Fläche sauber übertragen werden. Liegt die Druckstelle nicht plan, kann eine starre Druckform sie nicht überall gleichmäßig erreichen.

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Im Werbedruck wird dieses Problem häufig mit dem Tampondruck gelöst. Dabei verformt sich ein elastischer Silikontampon beim Aufsetzen und legt sich an bestimmte Rundungen an. Es sind aber auch andere Druckverfahren geeignet. Ob sich ein kleiner Werbeartikel so bedrucken lässt, hängt deshalb weniger von seiner Größe ab als davon, wie stark die vorgesehene Fläche gewölbt ist und ob Kanten oder Vertiefungen den Zugang erschweren. Wie viel Platz dabei für das Motiv bleibt, gibt die festgelegte Druckfläche vor.
Eine Fläche kann technisch bedruckbar sein und trotzdem zu wenig Platz für lange Kontaktdaten, sehr kleine Schrift oder ein detailreiches Logo bieten. Dann muss nicht zwingend das Druckverfahren geändert werden. Oft muss zuerst das Motiv an die verfügbare Druckfläche angepasst werden. Wie unterschiedlich diese Anpassung ausfällt, zeigen zwei Werbeartikel mit begrenzter Druckfläche. Auf einem münzgroßen bedruckten Einkaufswagenchip reicht der Platz meist nur für ein Logo oder einen kurzen Claim. Wie sich diese kleine Fläche gestalten lässt, stellen wir Ihnen im Magazinartikel Schlüsselanhänger-Einkaufschip vor. Auf einem Kennzeichenverstärker für KFZs muss der Text zusätzlich im Straßenverkehr aus einigen Metern Entfernung lesbar bleiben. Wie lang ein Slogan dort sein darf und welche Angaben darauf Platz finden, behandelt der Magazinartikel Kennzeichenverstärker mit Werbung.

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Warum müssen Sie bei Kunststoff genauer auf das Material schauen?
„Kunststoff“ bezeichnet keine einheitliche Druckoberfläche. Polypropylen, Polyethylen, ABS sowie lackierte oder anderweitig beschichtete Kunststoffe unterscheiden sich darin, wie sich Druckfarben auf ihrer Oberfläche verteilen und wie fest der Farbfilm anschließend haftet. Auf Werkstoffen mit niedriger Oberflächenenergie kann die Druckfarbe die Oberfläche nur unzureichend benetzen. Abhängig von Kunststoff und Farbsystem kann deshalb eine Vorbehandlung notwendig sein. Auch Trennmittel, Beschichtungen oder Verschmutzungen können verhindern, dass sich der Farbfilm ausreichend mit der Oberfläche verbindet. Für den Werbedruck auf einem Kunststoffartikel reicht die allgemeine Materialgruppe daher nicht aus. Klären Sie, aus welchem Kunststoff die bedruckte Oberfläche besteht und ob das vorgesehene Farbsystem darauf zuverlässig haftet. Bei Werbeartikeln, die häufig angefasst werden, hängt davon später auch ab, wie gut der Aufdruck Abrieb und Kratzern standhält.
Worauf kommt es beim Bedrucken von Fahnen an?
Beim Werbedruck auf Fahnen entscheidet neben dem Gewebe vor allem der spätere Betrachtungsabstand darüber, wie das Motiv gestaltet werden sollte. Kleine Schriften und eng gesetzte Details können drucktechnisch sauber wiedergegeben werden und aus mehreren Metern Entfernung trotzdem kaum lesbar sein.
Planen Sie Schriftgröße, Kontrast und Flächenaufteilung deshalb für den tatsächlichen Standort. Soll die Fahne beispielsweise an einer Zufahrt oder vor einem Firmengebäude wahrgenommen werden, müssen zentrale Informationen deutlich schneller erfassbar sein als bei einem Druckprodukt, das der Betrachter in der Hand hält. Mit welchen Schriftgrößen, Farbkontrasten und Textlängen eine Fahne auf Distanz lesbar bleibt, zeigen wir Ihnen im Magazinartikel Firmen- und Werbefahnen selbst gestalten.

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Wenn die Fahne von beiden Seiten sichtbar sein soll, kommt die Farbdurchdringung hinzu. Bei vielen einseitig bedruckten Fahnen dringt die Farbe so weit in das Gewebe ein, dass das Motiv auch auf der Rückseite sichtbar ist, dort allerdings spiegelverkehrt. Wie kräftig diese Rückseite wirkt, hängt vom verwendeten Gewebe und vom Druckverfahren ab. Sollen Vorder- und Rückseite unabhängig voneinander gestaltet werden, braucht die Fahne eine beidseitige Bedruckung mit einer lichtundurchlässigen Blockout-Schicht, die das Durchscheinen verhindert. Wann einseitiger und wann beidseitiger Druck zum Einsatz kommt, erläutern wir im Magazinartikel Square-, Beach- und Dropflags individuell gestalten am Beispiel dieser Fahnenformen.
Warum brauchen transparente Aufkleber einen Weißdruck?
Bei der Fahne dringt die Farbe durch das Gewebe auf die Rückseite. Beim Werbedruck auf transparenten Aufklebern wirkt es umgekehrt: Hier scheint der Untergrund durch den Druck hindurch. Auf weißer Folie liegt unter den gedruckten Farben bereits eine helle Fläche. Bei transparenter Folie fehlt diese Grundlage. Unbedruckte Bereiche bleiben durchsichtig und auch farbige Motivteile können durch die Fläche beeinflusst werden, auf die Sie den Aufkleber später kleben. Am deutlichsten wird das bei weißen Elementen. Legen Sie beispielsweise einen weißen Schriftzug in der Datei an, wird dieser auf transparenter Folie nicht automatisch sichtbar. Soll der Schriftzug tatsächlich weiß gedruckt werden, ist ein Weißdruck nötig, also ein Druck mit weißer Druckfarbe.
Auch unter farbigen Motivteilen kann Weiß benötigt werden. Ein roter Bereich auf transparenter Folie wirkt auf einem hellen Untergrund anders als auf einer schwarzen Fläche. Eine Weißunterlegung schafft eine helle Grundlage unter der gedruckten Farbe und reduziert damit den Einfluss des späteren Untergrunds.

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Legen Sie deshalb bereits bei der Gestaltung fest, welche Bereiche transparent bleiben und wo Weiß gedruckt werden soll. Diese Weißflächen werden anschließend in den Druckdaten getrennt vom übrigen Motiv angelegt.
Was müssen Sie bei frei geformten Aufklebern zusätzlich festlegen?
Neben dem Weißdruck braucht die Produktion bei vielen Aufklebern eine zweite Angabe, die nicht zum sichtbaren Motiv gehört: die Form, in der geschnitten wird. Bei einem rechteckigen Aufkleber ergibt sich die Außenform aus dem gewählten Format. Soll der Aufkleber dagegen der Kontur eines Logos, Symbols oder einer anderen freien Form folgen, benötigt die Weiterverarbeitung zusätzlich zum Druckmotiv eine eindeutige Schnittlinie. Welche Formate und Sonderformen für Werbeaufkleber möglich sind und wie sich Motiv und Material darauf abstimmen lassen, zeigen wir im Magazinartikel Aufkleberdruck und Sticker-Marketing. Die dafür nötige Schneidkontur gibt vor, wo das Material getrennt wird; an ihr entlang erfolgt der Konturschnitt. Sie ist keine sichtbare Gestaltungslinie und muss deshalb in den Produktionsdaten vom eigentlichen Motiv unterschieden werden.

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Planen Sie außerdem genügend Abstand zwischen wichtigen Inhalten und der vorgesehenen Schnittkante ein. Texte, QR-Codes oder zentrale Bestandteile eines Logos sollten nicht so dicht an der Kontur stehen, dass bereits geringe Produktionstoleranzen sichtbare Teile anschneiden könnten.
Wie wählen Sie zwischen mehreren möglichen Druckverfahren?
Stehen für einen Werbeartikel mehrere Druckverfahren zur Verfügung, vergleichen Sie die Anforderungen Ihres Auftrags: Welche Details und Farben enthält das Motiv? Wie genau muss eine Markenfarbe getroffen werden? Müssen Inhalte von Exemplar zu Exemplar wechseln? Welche Auflage wird produziert, und welchen Belastungen ist der fertige Aufdruck später ausgesetzt?

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Wie komplex ist Ihr Motiv?
Im Werbedruck reicht die Spanne vom einfarbigen Schriftzug bis zum Foto. Ein Foto oder ein weicher Farbverlauf enthält wesentlich mehr Tonwert- und Farbabstufungen als ein Schriftzug; im Druck werden sie in Rasterpunkte zerlegt. Digitale Drucksysteme übernehmen diese Bildinformationen direkt aus den Druckdaten und können dadurch Fotos, Raster und Farbverläufe reproduzieren. Arbeitet ein Druckverfahren dagegen mit einer eigenen Druckform je Farbe, wird jede Farbe in einem separaten Druckgang aufgebracht, und die einzelnen Farbflächen müssen passgenau übereinanderliegen.
Für den Werbedruck folgt daraus keine einfache Zuordnung nach dem Muster „komplexes Motiv gleich Digitaldruck“. Entscheidend ist, welche Druckverfahren auf dem betreffenden Werbeartikel überhaupt möglich sind und ob sie die benötigten Details in der vorgesehenen Größe zuverlässig wiedergeben können. Wie unterschiedlich Motive selbst innerhalb einer Produktgruppe ausfallen, zeigen Werbekalender: Ein Bildkalender trägt großformatige Fotos, auf einem Scheckkartenkalender bleibt dagegen nur wenig Fläche für Logo und Kalendarium. Welche Kalenderformate es gibt und wie sich Logo, Unternehmensfarben und Zusatzinformationen darauf anordnen lassen, stellen wir im Magazinartikel Kalender bedrucken als effektives Werbemittel vor.
Welche Farbreferenz ist für Ihre Marke verbindlich?
Gibt Ihr Corporate Design einen festen Farbton vor, klären Sie vor dem Vergleich zweier Druckverfahren, wie genau dieser Ton im Werbedruck getroffen werden muss. Am zuverlässigsten lässt sich ein Pantone- oder HKS-Ton wiedergeben, wenn er als separat gemischte Sonderfarbe gedruckt wird. Wird er dagegen aus den vier Prozessfarben angenähert, kann er sichtbar von der Referenz abweichen. Prüfen Sie deshalb, ob das jeweilige Druckverfahren Ihren Farbton als Sonderfarbe drucken kann oder nur über Prozessfarben annähert. Genügt Ihnen eine nahe Annäherung, bleiben mehr Verfahren zur Auswahl.

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Wie beeinflussen Personalisierung und Auflage die Wahl des Druckverfahrens?
Bei einer Serie mit identischem Motiv kann eine einmal vorbereitete Druckform für die gesamte Auflage verwendet werden. Anders sieht es aus, wenn auf jedem Exemplar ein anderer Name, eine Seriennummer, ein Code oder eine Filialangabe gedruckt werden soll. Digitale Drucksysteme können solche variablen Daten direkt aus den jeweiligen Datensätzen übernehmen. Für jede Variante muss keine neue statische Druckform hergestellt werden. Genau darin liegt der wesentliche Vorteil, wenn Sie im Werbedruck personalisierte oder fortlaufend nummerierte Artikel benötigen.
Bleibt das Motiv über die gesamte Serie gleich, zählt stattdessen der Rüstaufwand. Viele konventionelle Druckverfahren benötigen vorbereitende Arbeitsschritte, bevor die eigentliche Auflage produziert werden kann: je nach Technik Druckplatten, Klischees oder Siebschablonen sowie das Einrichten von Farbe und Maschine. Dieser Aufwand verteilt sich bei hundert identischen Exemplaren anders als bei mehreren tausend. Je größer die identische Serie wird, desto geringer kann der Anteil der einmaligen Rüstkosten am einzelnen Exemplar ausfallen. Eine feste Stückzahl, ab der ein Verfahren grundsätzlich günstiger ist, lässt sich daraus nicht ableiten. Im Werbedruck gehen neben der Auflage auch Material, Farbanzahl, Druckfläche, Weiterverarbeitung und die Zahl der Varianten in die Kalkulation ein. Bei kleinen Stückzahlen fällt der einmalige Rüstaufwand pro Exemplar am stärksten ins Gewicht. Wie sich kleine Auflagen trotzdem wirtschaftlich planen und umsetzen lassen, zeigen wir Ihnen im Ratgeber Werbeartikel bedrucken in kleinen Mengen.
Welchen Belastungen ist der Aufdruck später ausgesetzt?
Die spätere Nutzung sollten Sie bereits bei der Auswahl der Druckverfahren berücksichtigen. Ein Kugelschreiber wird regelmäßig angefasst und in Taschen transportiert. Ein Fahrzeugaufkleber bleibt über längere Zeit Sonne, Feuchtigkeit und Temperaturwechseln ausgesetzt.
Wie gut ein Aufdruck solchen Belastungen standhält, hängt maßgeblich vom eingesetzten Farbsystem ab und davon, wie die Farbe trocknet oder aushärtet. Im Tampon- und Siebdruck werden dafür Ein- und Zweikomponentenfarben eingesetzt. Einkomponentenfarben trocknen physikalisch, indem das Lösemittel verdunstet. Zweikomponentenfarben erhalten kurz vor dem Druck einen Härter und vernetzen danach chemisch. Das erhöht die Beständigkeit gegenüber Chemikalien und verbessert Haftung und Kratzfestigkeit, auch auf schwierigen Untergründen wie Glas, Metall oder Polyolefinen wie PE und PP. Vollständig ausgehärtet ist eine solche Farbe bei Raumtemperatur allerdings erst nach mehreren Tagen.
UV-härtende Farben, wie sie etwa im UV-Digitaldruck verwendet werden, vernetzen unter UV-Licht innerhalb von Sekundenbruchteilen und bilden eine kratz- und abriebfeste Schicht. Auf flexiblen Materialien kann diese harte Schicht jedoch brechen. Im Sublimationsdruck liegt die Farbe dagegen nicht als Schicht auf der Oberfläche, sondern im Polyester beziehungsweise in der Polymerbeschichtung und kann deshalb nicht abplatzen. Klären Sie deshalb vor dem Werbedruck, wie der Artikel genutzt wird, etwa mit häufigem Anfassen, im Freien oder mit regelmäßiger Reinigung. Davon hängt ab, welches Druckverfahren mit welchem Farbsystem für Ihren Einsatz vorgesehen wird.
Wie unterscheiden sich die wichtigsten Druckverfahren?
Die Druckverfahren im Werbedruck unterscheiden sich darin, ob sie für ein Motiv eine feste Druckform benötigen und auf welchem Weg die Farbe auf das Produkt gelangt: direkt oder über ein Zwischenelement wie Tampon, Gummituch oder Transferträger. Daraus ergeben sich die Unterschiede bei Produktgeometrie, Motivwechsel und Rüstaufwand, die Sie bei der Auswahl gegeneinander abwägen.
Digitaldruck
Unter dem Begriff Digitaldruck werden unterschiedliche Technologien zusammengefasst. Gemeinsam ist ihnen, dass die Druckmaschine das Druckbild aus digitalen Daten ansteuert und für einen Motivwechsel keine neue statische Druckplatte, kein Klischee und keine Siebschablone benötigt. Inkjet-Systeme geben flüssige Tinte oder Druckfarbe über Druckköpfe aus. Elektrofotografische Systeme arbeiten dagegen mit Toner. Beide gehören zum Digitaldruck, obwohl die Farbübertragung technisch unterschiedlich erfolgt.
Welche Materialien, Farbsysteme und Druckgrößen verarbeitet werden können, hängt vom jeweiligen Digitaldrucksystem ab. Der Begriff „Digitaldruck“ allein reicht deshalb nicht aus, um die technische Eignung für einen bestimmten Werbeartikel zu beurteilen. Wie Digitaldruck bei Aufklebern eingesetzt wird und wo seine Grenzen liegen, behandelt der Magazinartikel Vorteile und Nachteile des Digitaldrucks für Werbeaufkleber.
Tampondruck
Der Tampondruck ist ein indirektes Druckverfahren: Das Druckbild liegt vertieft in einem Klischee, also der Druckform. Ein Silikontampon nimmt die dort bereitgestellte Farbe auf und setzt sie auf der vorgesehenen Fläche des Werbeartikels wieder ab. Wie gut die Übertragung gelingt, hängt von der Geometrie der Druckstelle ab. Sehr tiefe Bereiche, ausgeprägte Kanten oder schwer zugängliche Stellen setzen auch dem elastischen Tampon Grenzen. Mehrfarbige Motive verlangen zudem Registergenauigkeit: Die einzelnen Farben müssen so übereinanderliegen, dass an Konturen keine sichtbaren Verschiebungen entstehen.
Siebdruck
Eine Siebschablone verschließt die Bereiche, an denen keine Farbe auf den Bedruckstoff gelangen soll. An den Motivstellen bleiben die Maschen offen. Eine Rakel bewegt die Farbe über das Sieb und drückt sie durch diese offenen Bereiche auf die Oberfläche. Gewebe, Schablonenaufbau, Druckfarbe und Maschenweite beeinflussen, wie viel Farbe übertragen wird und welche Details sich reproduzieren lassen. Mehrere Farben werden in getrennten Druckgängen aufgebracht und müssen ebenfalls registergenau zueinander stehen.
Im Werbedruck ist Siebdruck nicht auf Textilien beschränkt. Je nach Maschine, Farbsystem und Produkt lassen sich auch Papier, Kunststoff, Metall, Glas oder andere Materialien bedrucken. Ob der Druck auf einem bestimmten Werbeartikel möglich ist, hängt von der erreichbaren Druckfläche und der Abstimmung zwischen Oberfläche und Farbe ab.
Transferdruck
Transferdruck bezeichnet eine Gruppe von Druckverfahren, bei denen das Druckbild zunächst spiegelverkehrt auf einem Transferträger, etwa Papier oder Folie, entsteht und erst anschließend auf das Produkt übertragen wird. Bei den im Werbedruck verbreiteten Textiltransfers liegt auf der Rückseite des Motivs eine Klebeschicht. Eine Transferpresse aktiviert sie mit Hitze und Druck; nach dem Abkühlen wird der Träger abgezogen, und das Motiv haftet auf dem Bedruckstoff. Temperatur, Anpressdruck und Dauer richten sich nach dem jeweiligen Transfersystem und dem Material. Wie der Transfer hergestellt wird, hängt vom Motiv ab. Siebdrucktransfers werden im Siebdruck auf den Träger gedruckt und sind auf Motive mit wenigen Volltonfarben ausgelegt; mit jeder weiteren Farbe steigt der Aufwand, weil jede Farbe ein eigenes Sieb benötigt. Digitaltransfers werden digital gedruckt und geben auch Fotos, Farbverläufe und feine Details wieder. Sie lassen sich bereits in kleinen Mengen und mit wechselnden Motiven herstellen.
Weil Druck und Übertragung getrennt ablaufen, lassen sich Transfers vorproduzieren und bei Bedarf aufbringen. Außerdem erreicht der Transfer Stellen, die für einen direkten Druck schwer zugänglich sind, etwa Bereiche über Nähten an Textilien. Die Fläche muss dafür allerdings weitgehend eben sein; runde oder stark gewölbte Oberflächen lassen sich auf diesem Weg nur eingeschränkt bedrucken. Zudem liegt das Motiv als Schicht auf dem Gewebe und ist leicht spürbar.
Sublimationsdruck
Im Sublimationsdruck gehen die Farbstoffe unter Hitze vom festen direkt in den gasförmigen Zustand über. Die Hitze öffnet zugleich die Polyesterfasern beziehungsweise die Polymerbeschichtung des Artikels, sodass der Farbstoff eindringen kann. Beim Abkühlen schließt sich das Material wieder und hält den Farbstoff fest. Die Farbe liegt danach nicht als Schicht auf der Oberfläche, und das Gewebe bleibt flexibel. Bei der Transfer-Sublimation wird das Motiv zunächst spiegelverkehrt auf Transferpapier gedruckt und anschließend in einer Transferpresse auf das Produkt übertragen. Bei der Direktsublimation wird die Farbe dagegen unmittelbar auf Polyestergewebe gedruckt und danach thermisch fixiert. Sie wird unter anderem für großformatige Textilien wie Fahnen und Banner eingesetzt.
Voraussetzung ist in beiden Fällen ein Material mit hohem Polyesteranteil oder eine Polymerbeschichtung, wie sie beispielsweise Tassen für diesen Druck erhalten. Reiner Baumwolle fehlt diese Grundlage. Weil die Sublimationsfarbstoffe transparent sind, lässt sich außerdem kein Weiß drucken: Der Untergrund muss weiß oder hell sein, damit die Farben wie gewünscht wirken. Ob dieses Druckverfahren infrage kommt, klärt sich deshalb bereits über Material und Grundfarbe des Artikels. Sind beide Voraussetzungen erfüllt, lassen sich im heute verbreiteten digitalen Sublimationsdruck Fotos und Farbverläufe vollflächig und ohne statische Druckform wiedergeben.
Offsetdruck
Fetthaltige Druckfarbe und Wasser stoßen sich ab. Darauf beruht der Offsetdruck: Die nichtdruckenden Bereiche der Druckplatte werden befeuchtet und nehmen keine Farbe an. Von der Platte gelangt das Motiv zunächst auf ein Gummituch und erst von dort auf den Bedruckstoff. Für jede Druckfarbe wird eine eigene Platte belichtet, auch für Sonderfarben wie Pantone oder HKS. Plattenherstellung und Maschineneinrichtung verursachen Aufwand, bevor die Auflage beginnt. Er lohnt sich bei großen Auflagen mit identischem Motiv, wechselnde Inhalte erfordern eine Kombination mit Digitaldruck. Im Werbedruck betrifft das vor allem ebene Druckprodukte aus Papier, Karton oder Klebefolie.
Häufige Fragen zu Werbedruck und Drucktechnik
In den folgenden Abschnitten haben wir für Sie die häufigsten Fragen zum Werbedruck zusammengestellt: von der verbindlichen Festlegung Ihrer Markenfarben über die Belastbarkeit des Aufdrucks bis zu den Druckdaten, die jede Drucktechnik benötigt.
Wie legen Sie Markenfarben für den Werbedruck verbindlich fest?
Legen Sie der Produktion die Farbwerte vor, die Ihr Corporate Design festlegt, etwa definierte CMYK-Werte oder eine Pantone- beziehungsweise HKS-Angabe. Eine ungefähre Farbbeschreibung genügt dafür nicht. Wie genau der Farbton anschließend getroffen wird, hängt vom Bedruckstoff ab und vom Druckverfahren: Es setzt den Ton entweder aus Prozessfarben zusammen oder bringt ihn als eigens angemischte Druckfarbe auf.
Was bedeutet CMYK für die Farbwiedergabe im Werbedruck?
CMYK bezeichnet die vier Prozessfarben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz. Aus unterschiedlichen Anteilen dieser vier Farben entstehen beim Druck zahlreiche weitere Farbtöne, sodass sich Fotos und Farbverläufe mit einem festen Farbsatz reproduzieren lassen. Viele digitale Druckverfahren arbeiten nach diesem Prinzip und rechnen Pantone- oder HKS-Angaben beim Druck in CMYK-Werte um. Ein Markenfarbton wird dann aus den vier Prozessfarben zusammengesetzt und nicht als individuell gemischte Druckfarbe aufgebracht. Dabei kann er sichtbar vom Referenzton abweichen. Wie groß die Abweichung ausfällt, hängt vom Farbton, vom Bedruckstoff und von der eingesetzten Drucktechnik ab.
Weiß gehört nicht zu den vier Prozessfarben. Soll Weiß gedruckt werden oder unter farbigen Bereichen liegen, etwa auf transparentem oder dunklem Material, wird es als zusätzliche Druckfarbe aufgebracht.
Was unterscheidet eine Pantone- oder HKS-Angabe von einer echten Sonderfarbe?
Pantone und HKS benennen einen Farbton eindeutig. Ob er tatsächlich als Sonderfarbe gedruckt wird, ist damit noch nicht festgelegt. Eine echte Sonderfarbe wird separat angemischt und als eigene Druckfarbe aufgebracht. Üblich ist das vor allem im Sieb- und Tampondruck, weil dort ohnehin jede Farbe eine eigene Druckform erhält. Arbeitet das gewählte Druckverfahren dagegen mit CMYK, wird der Ton aus den Prozessfarben nachgebildet.
Metallic- und Neontöne lassen sich aus CMYK nicht nachbilden. Sieht Ihr Corporate Design einen solchen Ton vor, klären Sie vorab, ob die vorgesehene Drucktechnik ihn als Sonderfarbe verarbeiten kann.
Warum wirkt derselbe Farbton auf verschiedenen Materialien unterschiedlich?
Die Oberfläche des Bedruckstoffs beeinflusst die Farbwiedergabe mit. Je nachdem, ob sie rau, seidenmatt oder hochglänzend ist und wie stark das Material Farbe aufnimmt, wird derselbe Farbton unterschiedlich wiedergegeben. Die Farbsysteme berücksichtigen das bereits bei Papier: Pantone unterscheidet zwischen gestrichenem (C) und ungestrichenem Papier (U), HKS zwischen Kunstdruckpapier (K) und Naturpapier (N).

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Auf farbigem oder dunklem Material kommt die Grundfarbe des Artikels hinzu. Deckt die Druckfarbe nicht vollständig, scheint der Untergrund durch und verändert den Farbton. Wie deckend ein Aufdruck auf dunklem Untergrund ausfällt, hängt von Drucktechnik, Druckfarbe und Farbschichtdicke ab. Häufig wird deshalb zunächst Weiß unterlegt.
Warum reicht die Bildschirmfarbe nicht als Vorgabe?
Monitore erzeugen Farben mit rotem, grünem und blauem Licht. Gedruckte Farben leuchten dagegen nicht selbst, sondern entstehen durch das Licht, das vom Bedruckstoff zurückgeworfen wird. Nicht jeder am Bildschirm sichtbare RGB-Farbton lässt sich deshalb drucken. Intensive RGB-Töne können außerhalb des Farbbereichs liegen, den das vorgesehene Drucksystem abbilden kann, und müssen bei der Umwandlung auf druckbare Werte übertragen werden. Dabei kann sich der Farbeindruck verändern. Nutzen Sie für verbindliche Markenfarben im Werbedruck daher die im Corporate Design festgelegten Referenzwerte. Farbmuster und gedruckte Probe vergleichen Sie unter denselben Lichtverhältnissen, weil sich der Farbeindruck mit der Beleuchtung verändert.
Welche Belastungen muss ein Werbedruck im Einsatz verkraften?
Das hängt vom Einsatz des Artikels ab. Häufig angefasste Artikel verlangen Abrieb-, Scheuer- und Kratzfestigkeit, Artikel im Außenbereich Lichtechtheit und Witterungsbeständigkeit, Artikel mit regelmäßigem Flüssigkeitskontakt Wasserechtheit oder Beständigkeit gegen Reinigungsmittel. Keine dieser Eigenschaften ergibt sich allein aus dem Druckverfahren. Druckfarbe, Material, Vorbehandlung sowie Trocknung oder Aushärtung bestimmen gemeinsam, wie sich der Aufdruck unter Belastung verhält. Grundlage für alle weiteren Eigenschaften ist die Haftfestigkeit des Farbfilms.
Warum ist die Farbhaftung die Voraussetzung für jede weitere Beständigkeit?
Die Haftfestigkeit beschreibt, wie fest der Farbfilm mit dem Bedruckstoff verbunden ist. Löst sich die Farbschicht von der Oberfläche, nützt auch eine hohe Kratzfestigkeit nichts mehr. Bei Kunststoffen mit niedriger Oberflächenenergie kann eine Vorbehandlung die Benetzung verbessern. Ob und wie vorbehandelt wird, hängt von Material und Drucktechnik ab. Eine ausreichende Haftung garantiert die Vorbehandlung allein jedoch nicht: Auch Materialzusammensetzung, Additive, Beschichtungen, Verunreinigungen, Farbsystem und Aushärtung wirken auf die Verbindung zwischen Farbfilm und Oberfläche. Geprüft wird die Haftung häufig mit einem Klebebandtest, bei dem ein Klebeband auf den Druck gedrückt und zügig wieder abgezogen wird. Für eine strengere Prüfung wird der Farbfilm vorher gitterförmig eingeschnitten.
Wie unterscheiden sich Abrieb und Kratzer?
Abrieb entsteht durch wiederholte Reibung, ein Kratzer durch eine punktuelle, meist stärkere mechanische Einwirkung. An einem häufig genutzten Kugelschreiber reiben beispielsweise Hände, Taschen oder andere Gegenstände immer wieder über die bedruckte Fläche. Wie gut ein Aufdruck das übersteht, beschreiben Abrieb- und Scheuerfestigkeit. Ein Aufdruck kann alltägliche Reibung deshalb gut überstehen und bei punktueller Einwirkung trotzdem beschädigt werden.
Was verändert der Einsatz im Außenbereich?
Im Freien wirkt vor allem Sonnenlicht auf den Werbedruck. Farbmittel reagieren unterschiedlich darauf und können mit zunehmender Einwirkungsdauer ausbleichen oder ihren Farbton verändern. Wie stabil ein Farbton unter Lichteinwirkung bleibt, beschreibt die Lichtechtheit. Den größten Einfluss darauf hat das Pigment der Druckfarbe. Angegeben wird die Lichtechtheit häufig auf der Wollskala, die von Stufe 1 für sehr geringe bis Stufe 8 für hervorragende Lichtechtheit reicht. Wie stark die Strahlung tatsächlich ausfällt, hängt zudem von Standort und Ausrichtung ab.
Neben der Farbe müssen auch Folie und Klebstoff eines Aufklebers den Einsatzbedingungen standhalten. Fahnen werden zusätzlich durch Wind beansprucht, während Sonne und Feuchtigkeit gleichzeitig auf Gewebe und Druck einwirken. Achten Sie deshalb weniger auf die allgemeine Bezeichnung „für außen“ als auf die Einsatzdauer und die Bedingungen, für die der Artikel vorgesehen ist.
Warum sind Wasser und Reinigungsmittel nicht dieselbe Belastung?
Wasserechtheit beschreibt, wie gut ein Druck Wasser widersteht. Reinigungsmittel, Lösemittel oder Fette greifen einen Farbfilm dagegen chemisch an und beanspruchen ihn auf andere Weise. Eine gute Wasserbeständigkeit erlaubt deshalb keine Aussage darüber, wie ein Aufdruck auf ein Reinigungsmittel reagiert. Bei Tassen und anderem Geschirr kommt die Spülmaschine hinzu: Dort wirken heißes Wasser, Reiniger und mechanische Beanspruchung gleichzeitig und bei jedem Spülgang erneut. Wie viele Spülgänge ein Gegenstand ohne sichtbare Veränderung übersteht, wird nach DIN EN 12875 geprüft. Kommt ein Werbeartikel im betrieblichen Alltag regelmäßig mit Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln in Kontakt, sollte genau diese Belastung berücksichtigt werden, bevor das Druckverfahren feststeht.
Wann schützt ein Laminat den Aufdruck?
Ein Laminat ist eine transparente Schutzfolie, die bei entsprechend aufgebauten Aufklebern über der bedruckten Oberfläche liegt. Reibung, leichte Kratzer und ein Teil der Witterungseinflüsse treffen dadurch zuerst auf diese Schicht. Je nach Ausführung, etwa mit UV-Schutz, kann eine Laminierung Kratz-, Abrieb- und UV-Beständigkeit erhöhen. Sie verändert außerdem die Oberfläche, die dadurch matt oder glänzend wirkt. Folie, Klebstoff, Druck und Laminat eines Außenaufklebers müssen trotzdem gemeinsam für den vorgesehenen Einsatz ausgelegt sein. Einen Grundaufbau, der dafür nicht geeignet ist, gleicht ein Laminat nicht nachträglich aus.
Wann brauchen Sie Vektordaten?
Vektordaten brauchen Sie für Logos, Schriftzüge, Piktogramme und Schneidkonturen. Vektorgrafiken beschreiben Linien, Kurven und Flächen mathematisch und lassen sich deshalb ohne sichtbare Pixel auf jede Größe skalieren. Dieselbe Datei kann so auf einer kleinen Druckfläche ebenso verwendet werden wie auf einem großen Werbeträger. Fotos bestehen dagegen aus Pixeln und sollten nicht künstlich in Vektoren umgewandelt werden. Beachten Sie außerdem, dass ein Dateiformat, das Vektoren enthalten kann, ein darin platziertes Pixelbild nicht zur Vektorgrafik macht. Ein als Bild eingefügtes Logo bleibt auch in einer solchen Datei eine Pixelgrafik.
Reicht die Auflösung eines Bildes für die spätere Druckgröße?
Das hängt vom Verhältnis zwischen den vorhandenen Bildpunkten und der geplanten Druckgröße ab. Eine Datei kann für einen kleinen Aufkleber genügend Details enthalten und bei großformatiger Ausgabe sichtbar unscharf werden, weil sich dieselben Bildinformationen auf eine größere Fläche verteilen. Nachträgliches Hochrechnen erzeugt zusätzliche Pixel, stellt aber keine fehlenden Details wieder her. Die Auflösung einer Bilddatei wird in PPI angegeben. Welcher Wert nötig ist, hängt von Druckgröße, Betrachtungsabstand und Druckverfahren ab. Eine Fahne, die aus einiger Entfernung betrachtet wird, kommt mit einer geringeren Auflösung aus als ein Motiv, das aus der Nähe gelesen wird.
Was ist der Unterschied zwischen DPI und PPI?
PPI (Pixel pro Inch) beschreibt die Auflösung einer Bilddatei. DPI (Dots per Inch) bezeichnet die Punkte, die ein Drucksystem pro Inch ausgibt. In Druckdatenvorgaben wird „dpi“ häufig auch für die Bildauflösung verwendet. Gemeint ist dann, wie viele Pixel das Bild in der späteren Druckgröße enthält.
Warum brauchen randabfallende Motive Beschnitt?
Soll ein Foto, eine Hintergrundfarbe oder eine Grafik bis an den fertigen Rand reichen, muss diese Fläche über das Endformat hinaus angelegt werden. Dieser Beschnitt, auch Anschnitt genannt, gleicht die geringen Abweichungen aus, die beim Schneiden unvermeidbar sind. Endet die bedruckte Fläche exakt an der Schnittkante, können schmale unbedruckte Ränder entstehen. Wie breit der Beschnitt sein muss, richtet sich nach Druckprodukt und Weiterverarbeitung.
Wie schützen Sie wichtige Inhalte vor Schnitt und Weiterverarbeitung?
Mit einem Sicherheitsabstand zur Schnittkante. Während der Beschnitt randabfallende Flächen nach außen verlängert, hält der Sicherheitsabstand Texte, Logos, QR-Codes und andere wichtige Inhalte von Bereichen fern, in denen Schnitt oder Konfektion zu nah an das Motiv herankommen können. An Fahnen und Displays schränken neben der Schnittkante auch Säume, Ösen, Keder oder andere Befestigungselemente die nutzbare Gestaltungsfläche ein. Prüfen Sie deshalb neben dem sichtbaren Endformat auch die technische Zeichnung beziehungsweise Datenvorgabe des Produkts.
Wie legen Sie Schriften und feine Linien an?
Schriften müssen vollständig in die Datei eingebettet oder in Pfade umgewandelt sein. Fehlt eine Schrift auf dem verarbeitenden System, kann sie ersetzt oder fehlerhaft dargestellt werden. Beim Umwandeln in Pfade werden die Buchstaben zu Vektorformen, die ursprüngliche Schriftdatei wird dann nicht mehr benötigt. Der Text lässt sich in dieser Form allerdings nicht mehr bearbeiten, bewahren Sie deshalb eine bearbeitbare Fassung auf.
Sehr kleine Schriften, dünne Linien und enge Negativräume müssen außerdem in der vorgesehenen Drucktechnik reproduzierbar bleiben. Helle Schrift auf dunklem Grund kann dabei leichter zulaufen als dunkle Schrift auf hellem Grund. Was auf dem Monitor deutlich zu sehen ist, lässt sich nicht auf jedem Bedruckstoff in derselben Feinheit drucken.

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Wofür wird PDF/X verwendet?
PDF/X ist ein Standard für den Austausch von Druckdaten. Eine PDF-Datei kann Bilder, Vektoren, Schriften und Farbinformationen gemeinsam enthalten. PDF/X legt zusätzlich fest, was eine Druckdatei enthalten muss und was nicht zulässig ist. So müssen alle Schriften vollständig eingebettet sein, und die Datei nennt über ein Farbprofil die vorgesehenen Druckbedingungen.
Die Varianten unterscheiden sich vor allem im Umgang mit Farben und Transparenzen. PDF/X-1a erlaubt nur CMYK und Sonderfarben, Transparenzen müssen vorher reduziert werden. PDF/X-4 lässt auch RGB-Farben mit eingebettetem Farbprofil, Transparenzen und Ebenen zu. Welche Variante verwendet werden soll, legen die Datenvorgaben des Produkts fest.




