Zubehör und Tools für die professionelle Schlüsselaufbewahrung
Ein durchdachtes Schlüsselmanagement sorgt für reibungslose Abläufe, schützt vor Verlust und stärkt das Vertrauen Ihrer Kunden. Gerade in Kfz-Werkstätten, Autohäusern, Fuhrparkbetrieben und Hausverwaltungen entscheidet eine klare Schlüsselorganisation darüber, wie schnell Mitarbeitende Fahrzeug- und Raumschlüssel finden und wie sicher diese verwahrt sind. Mit der passenden Schlüsselkennzeichnung, stabilen Schlüsselschränken, übersichtlichen Schlüsseltafeln und praktischen Schlüsselkoffern lassen sich auch größere Bestände sauber strukturieren. Worauf es bei Auswahl, Aufbau und Betrieb eines professionellen Schlüsselmanagements ankommt – und welche Werkzeuge sich in der Praxis bewährt haben – zeigt dieser Ratgeber.
Praktische Werkzeuge für eine übersichtliche Schlüsselaufbewahrung
Ob Hausmeisterservice, Hotel, Hausverwaltung oder Kfz-Werkstatt – überall dort, wo viele Fahrzeug- oder Objektschlüssel in Umlauf sind, entscheidet die Qualität der Aufbewahrung über Effizienz und Sicherheit. Ein funktionierendes Schlüsselmanagement beginnt bei der eindeutigen Kennzeichnung jedes einzelnen Exemplars und reicht bis zum abschließbaren Schrank oder Tresor für besonders hochwertige Stücke. Die folgenden Werkzeuge bilden das Fundament einer professionellen Schlüsselorganisation und lassen sich flexibel kombinieren.

Schlüsselkennzeichnung mit Anhängern, Schlaufenetiketten und Zahlenmarken
Jedes einzelne Exemplar muss sich innerhalb weniger Sekunden eindeutig zuordnen lassen. Geeignete Kennzeichnungsmittel dafür sind Schlaufenetiketten, beschriftbare Schlüsselanhänger sowie Zahlenmarken, die dauerhaft am Schlüsselbund verbleiben. Ein mögliches Farbsystem wäre zum Beispiel Rot für Neuwagen, Blau für Kundenschlüssel und Grün für Fahrzeuge, die zum Reifenwechsel angenommen wurden. Eine solche Farblogik erlaubt es, ein Exemplar auch aus der Ferne korrekt einzuordnen. Alternativ lassen sich die Farben einzelnen Abteilungen, Monteuren oder Stellplatzbereichen zuweisen – je nachdem, welche Information im Alltag am häufigsten benötigt wird.
Für die schnelle Befestigung am Fahrzeugschlüssel oder an einer Auftragstasche eignen sich Karabinerhaken. Werden größere Mengen gleichzeitig bewegt – etwa wenn ein Monteur mehrere Fahrzeuge nacheinander übernimmt oder an einem Tag mehrere Neuwagen ausgeliefert werden – sorgen Maxi-Schlüsselringe dafür, dass alle zusammengehörigen Stücke gebündelt bleiben und unnötige Wege zum Schlüsselboard entfallen. So bildet die Kennzeichnung das Rückgrat jedes Schlüsselmanagements. Vertiefende Hinweise zur Nummerierung finden Sie in unserem Magazinartikel Schlüsselanhänger mit Zahlen.
Schlüsseltafeln für den schnellen Zugriff
Eine Schlüsseltafel macht den gesamten Bestand auf einen Blick sichtbar. Mit fester Zuordnung von Fahrzeugschlüssel und Hakenposition sehen Mitarbeitende sofort, welches Fahrzeug oder welche Räumlichkeit verfügbar ist und welches Exemplar gerade im Umlauf ist. Die Kombination aus nummerierter Tafel und passender Zahlenmarke erleichtert die Rückführung: Jedes Stück kehrt immer an denselben Haken zurück, und eine freie Hakenposition signalisiert sofort, dass das zugehörige Exemplar gerade nicht im Bestand ist. Je nach Betriebsgröße stehen Modelle mit wenigen bis mehreren Dutzend Haken zur Verfügung, wahlweise mit offener Front für die schnelle Entnahme oder mit Sichtschutz gegen neugierige Blicke.
Schlüsselschränke als abschließbare Grundausstattung
Sobald Kundenschlüssel über Nacht im Betrieb bleiben oder hochwertige Fahrzeuge im Bestand sind, reicht eine offene Tafel nicht mehr aus. Schlüsselschränke lassen sich abschließen und bilden in den meisten Betrieben das Herzstück des Schlüsselmanagements. Die Modellpalette reicht von kompakten Schränken für etwa 30 Stück bis zu Großraumvarianten mit Platz für 400 Haken oder mehr. Bedient Ihr Betrieb mehrere Abteilungen oder Standorte, sind häufig mehrere kleinere Schränke die bessere Wahl als ein zentrales Großgerät – die Zugriffsrechte lassen sich so pro Bereich regeln, und Engpässe an einer einzigen Ausgabestelle werden vermieden.
Schlüsseltresore für den Hochwertschutz
Im Luxussegment, bei Oldtimern oder dort, wo Exemplare zusammen mit Fahrzeugpapieren oder Wertgegenständen aufbewahrt werden müssen, empfehlen sich Schlüsseltresore. Sie können – je nach Bauart und Sicherheitsklasse – ein höheres Sicherheitsniveau als einfache Schlüsselschränke bieten und erschweren den Zugriff für unbefugte Personen erheblich. Je nach Ausführung lassen sich neben Fahrzeugschlüsseln auch Fahrzeugscheine, Kaufverträge oder andere vertrauliche Unterlagen sicher unterbringen. In Autohäusern mit Vorführfahrzeugen der gehobenen Klasse bildet ein Tresor daher oft die zentrale Ergänzung zum regulären Schlüsselschrank.
Schlüsselkoffer für den mobilen Einsatz
Schlüsselkoffer sind überall dort gefragt, wo Fahrzeugschlüssel an wechselnden Orten benötigt werden – zum Beispiel bei der Probefahrt-Vorbereitung auf dem Hof, beim externen Termin auf einer Ausstellungsfläche oder bei der zentralen Abholung durch einen Werkstattleiter. Die stabilen, abschließbaren Koffer sind je nach Modell für kleinere bis größere Bestände ausgelegt und lassen sich bequem transportieren. In Verbindung mit einer klaren Kennzeichnung bleibt der Überblick auch außerhalb des festen Arbeitsplatzes erhalten und das Schlüsselmanagement funktioniert unterwegs genauso verlässlich wie im Büro. Welche weiteren Aufbewahrungslösungen sich eignen, beleuchtet unser Magazinartikel Schlüssel aufbewahren: Schlüsselboard, Schlüsseltasche und Co.
Offenes Board, Schlüsselschrank oder Tresor – was für welchen Betrieb passt
Die Auswahl der richtigen Verwahrungslösung ist einer der wichtigsten Hebel für ein effizientes Schlüsselmanagement. Sie hängt von mehreren Faktoren ab: Bestandsgröße, Wertigkeit der Exemplare, Zahl der zugriffsberechtigten Mitarbeitenden, Notwendigkeit einer Nachtverwahrung sowie stationäre oder mobile Nutzung. Ein überschaubarer Bestand in einem geschützten Innenbereich kommt häufig mit einer offenen Tafel aus. Sobald Kundenschlüssel, Nachtverwahrung oder wertvolle Fahrzeuge ins Spiel kommen, führt an abschließbaren Schränken kaum ein Weg vorbei. Werden Hochwertfahrzeuge, Generalschlüssel oder Papiere mitverwahrt, ist ein Tresor die richtige Antwort. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Kriterien zusammen.
| Kriterium | Offene Schlüsseltafel | Abschließbarer Schrank | Schlüsseltresor |
| Bestandsgröße | klein bis mittel | mittel bis groß | klein, hochwertig |
| Nachtverwahrung | nur in gesichertem Bereich | Standardlösung | für Hochwert geeignet |
| Zugriffsregelung | alle Mitarbeitenden | begrenzt per Schloss | eng begrenzt |
| Mitverwahrung von Papieren | nicht vorgesehen | eingeschränkt | möglich |
| Typischer Einsatz | Serviceannahme, Rezeption | Werkstattbüro, Fuhrparkverwaltung | Premiumsegment, Generalschlüssel der Hausverwaltung |
In vielen Betrieben ergibt eine Kombination den meisten Sinn: eine Tafel an der Serviceannahme für den schnellen Alltagszugriff, ein abschließbarer Schrank im Hintergrund für Nacht- und Wochenendverwahrung und ein Tresor für besonders schützenswerte Exemplare. So verbindet sich Tempo im Tagesgeschäft mit echter Sicherheit nach Feierabend.
Schlüsselmanagement Schritt für Schritt aufbauen
Die besten Werkzeuge entfalten ihren Nutzen erst, wenn sie in ein schlüssiges System eingebettet sind. Ein Schlüsselmanagement lässt sich in jedem Betrieb – ob Einzelwerkstatt oder Mehrfilialunternehmen – mit einem klar definierten Prozess aufbauen. Gehen Sie von Beginn an strukturiert vor, ersparen Sie sich später den aufwendigen Rückbau gewachsener Insellösungen.
Den Einstieg bildet eine vollständige Bestandsaufnahme. Alle vorhandenen Exemplare werden erfasst, nach Zweck (Fahrzeug, Betriebsraum, Kundenobjekt) und Verantwortlichkeit sortiert und mit einer eindeutigen Nummer versehen. In einem zweiten Schritt folgt die Zuordnung zum physischen Aufbewahrungsort – also zur entsprechenden Tafel, zum Schrank oder zum Tresor. Jedes Exemplar erhält einen festen Platz; Wechsel zwischen Plätzen sind zu vermeiden, weil sie die Suchzeiten verlängern.
Im dritten Schritt wird die Ausgabe dokumentiert. Damit das Protokoll im Alltag belastbar bleibt, sollten je Vorgang folgende Angaben erfasst werden:
- Schlüsselnummer oder eindeutige Kennung
- Datum und Uhrzeit der Ausgabe
- Name des entnehmenden Mitarbeitenden
- Zweck der Entnahme (z. B. Probefahrt, Werkstatttermin, Objektbegehung)
- Datum und Uhrzeit der Rückgabe
- Besonderheiten wie Zweitschlüssel, mitübergebene Fahrzeugpapiere oder Probefahrtkennzeichen
Klassische Lösungen sind Papiermappen oder Auftragstaschen mit integriertem Schlüsselfach; digital lässt sich derselbe Prozess über Werkstatt- oder Flottenverwaltungssoftware abbilden. Im vierten Schritt werden Zuständigkeiten festgelegt: Zugriff auf Schrank und Tresor, Regelung des Zweitschlüssels und eine klare Vertretungslogik für Abwesenheiten. Zum Abschluss gehört ein fester Prüfrhythmus – etwa eine monatliche Sichtkontrolle des Bestands und eine quartalsweise Aktualisierung der Zugriffsrechte.
Details zu unterstützenden Hilfsmitteln für ein reibungsloses Schlüsselmanagement beschreibt unser Magazinartikel Schlüsselverwaltung dank kleiner Helfer.
Schlüsselorganisation nach Branche und Einsatzbereich
Die Anforderungen an ein professionelles Schlüsselmanagement unterscheiden sich je nach Branche deutlich. Während in der Kfz-Werkstatt die kurzen Bearbeitungszeiten im Vordergrund stehen, zählt im Fuhrpark vor allem die lückenlose Zuordnung, und in der Hausverwaltung tritt die Dokumentationspflicht gegenüber Eigentümern und Mietern in den Vordergrund. Die folgenden Abschnitte geben Orientierung für die häufigsten Anwendungsfelder und gehen auf die Besonderheiten elektronischer Fahrzeugschlüssel ein.
Schlüsselmanagement in Kfz-Werkstatt und Autohaus
In Werkstatt und Autohandel durchläuft ein Fahrzeugschlüssel täglich viele Hände: Annahme, Diagnose, Reparatur, Probefahrt, Rückgabe. Damit Auftragsabläufe nicht ins Stocken geraten, bewährt sich die Kombination aus Auftragstasche mit integriertem Schlüsselfach und einer zentralen Schlüsseltafel in der Serviceannahme. Für Neu- und Vorführwagen empfiehlt sich zusätzlich ein abschließbarer Schrank, der tagsüber im Verkaufsbereich zugänglich und nachts verriegelt ist. Hintergrundwissen zur Gesamtorganisation bietet unser Magazinartikel Werkstatt organisieren; die Rolle der Schlüsselorganisation in der Serviceannahme beleuchtet unser Ratgeberartikel Serviceannahme.
Elektronische Fahrzeugschlüssel und Keyless-Go sicher handhaben
Moderne Fahrzeuge werden überwiegend mit elektronischen Sendern oder Keyless-Go-Systemen ausgeliefert. Das stellt zusätzliche Anforderungen an das Schlüsselmanagement. Elektronische Sender sollten konsequent getrennt vom zugehörigen Fahrzeug gelagert werden, damit ein unbefugter Zugriff nicht direkt in eine Startfreigabe mündet. In der Serviceannahme ist eine offen einsehbare Ablage im Thekenbereich zu vermeiden; sinnvoller ist ein abgeschlossener Schrank oder eine Auftragstasche, die zeitnah hinter die Annahme wandert. Bei Keyless-Systemen kommt die Reichweite der Funksignale hinzu: Eine Verwahrung in einer signaldämpfenden Box oder in einem geschirmten Schrankfach reduziert das Risiko ungewollter Signalverlängerung spürbar. Jede Ausgabe – gerade bei Probefahrten – gehört ebenso konsequent dokumentiert wie bei mechanischen Modellen. Ergänzende Hinweise bietet unser Magazinartikel RFID Schutz für Autoschlüssel und EC-Karten.
Schlüsselverwaltung im Fuhrpark
Flottenverantwortliche verwalten häufig mehrere Dutzend Fahrzeugschlüssel gleichzeitig. Wichtig sind für ein belastbares Schlüsselmanagement ein durchgängiges Nummerierungsschema, das mit den Kennzeichen oder internen Fahrzeug-IDs verknüpft ist, sowie ein zentraler Schlüsselschrank mit Ausgabejournal. Bei wechselnden Fahrern – etwa im Poolbetrieb – sollte jeder Vorgang (Abholung, Rückgabe, Tankstand, Kilometerstand) festgehalten werden. Ein zweiter Schrank für Sonderfahrzeuge, Werkstattwagen oder saisonale Fahrzeuge beugt Verwechslungen vor. Prozessseitige Impulse für die Gesamtorganisation im Automobilhandel liefert unser Ratgeberartikel Arbeitsabläufe und Strukturen für den Automobilhandel.
Schlüsselorganisation in Hausverwaltung, Hausmeisterservice und Hotel
In Hausverwaltungen und Hausmeisterbetrieben sind neben Wohnungsschlüsseln oft auch Exemplare für Keller, Technikräume, Gemeinschaftseinrichtungen und Briefkastenanlagen zu führen. Die saubere Zuordnung zu einzelnen Objekten oder Mietparteien ist hier ebenso wichtig wie die eindeutige Dokumentation jeder Ausgabe. In der Praxis hat sich eine klare Unterscheidung nach Ebenen bewährt: Objektschlüssel öffnen genau eine Tür oder Wohnung, Bereichsschlüssel decken einen definierten Abschnitt ab (etwa alle Kellertüren eines Aufgangs), Generalschlüssel greifen auf die gesamte Schließanlage zu, Notschlüssel sind für Havariefälle reserviert und nur eingeschränkt entnahmeberechtigt, Leihschlüssel wandern zeitlich befristet zu Handwerkern oder Dienstleistern. Hotellerie und Pensionsbetriebe setzen traditionell auf Schlüsseltafeln mit Nummerierung hinter der Rezeption; zusätzlich sind Tresore für Generalschlüssel und Stellvertreterschlüssel sinnvoll. Farbcodierte Anhänger erleichtern in allen drei Bereichen die Unterscheidung zwischen den einzelnen Ebenen und machen das Schlüsselmanagement für neue Mitarbeitende schneller verständlich.
Verantwortung, Haftung und Dokumentation
Mit der Annahme eines Kundenschlüssels übernimmt der Betrieb vertragliche Schutz- und Sorgfaltspflichten für die sichere Verwahrung. Geht ein Exemplar verloren oder gelangt es in unbefugte Hände, drohen je nach Situation Ansprüche aus Schadenersatz – insbesondere wenn ein Schließzylinder oder eine komplette Schließanlage ausgetauscht werden muss. Die konkrete Ausgestaltung hängt von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dem abgeschlossenen Servicevertrag sowie der Betriebshaftpflicht ab. Ein sauber dokumentiertes Schlüsselmanagement mit signierter Auftragstasche oder digitalem Quittungsbeleg ist im Streitfall das wichtigste Beweismittel.
Sobald Schlüsseldaten Rückschlüsse auf Personen zulassen – also etwa über Kundenname, Fahrzeugkennzeichen oder Objektadresse einem Menschen zuzuordnen sind – greifen die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung. Die Ablage der Zuordnungsinformationen sollte gegen unbefugten Zugriff geschützt, der Personenkreis mit Zugriffsrechten klar definiert und die Aufbewahrungsdauer auf das notwendige Maß begrenzt sein. Je nach Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung oder internen Sicherheitsvorgaben kann vorgesehen sein, dass hochwertige Kundenschlüssel außerhalb der Betriebszeiten in einem abschließbaren Schrank oder Tresor verwahrt werden; die genauen Vorgaben ergeben sich aus der jeweiligen Police oder betrieblichen Hausregel.
Typische Fehler im Schlüsselmanagement – und wie sie sich vermeiden lassen
In der Praxis scheitert Schlüsselmanagement selten an fehlender Ausstattung, sondern an kleinen Routinefehlern, die sich über Monate einschleichen. Die folgenden Stolperstellen tauchen in Werkstätten, Autohäusern und Hausverwaltungen immer wieder auf – und lassen sich mit einer klaren Regel je Fehler zuverlässig abstellen:
- Kein fester Rückgabeort – Jeder Haken, jedes Fach und jede Tasche braucht eine feste Zuordnung; offene Ablagen auf Tischen oder in Schubladen führen mittelfristig zum Chaos.
- Gleiche Farben ohne System – Farbcodes sind nur dann ein Gewinn, wenn die Bedeutung jeder Farbe schriftlich festgehalten und im Team bekannt ist.
- Keine Vertretungsregel – Fehlt die Person mit Zugangsrecht, darf kein Betrieb stehenbleiben; ein dokumentierter Vertretungszugang mit klar definierter Berechtigung gehört zum Standard.
- Ausgabe nur mündlich – Ohne schriftlichen oder digitalen Beleg ist im Streitfall weder der Übergabezeitpunkt noch der Empfänger nachzuweisen.
- Generalschlüssel und Alltagsexemplare gemeinsam gelagert – Generalschlüssel gehören in einen separat gesicherten Bereich, idealerweise in den Tresor.
- Keine Trennung zwischen Kunden- und Betriebsschlüsseln – Vermischte Bestände erschweren die Zuordnung und erhöhen das Risiko versehentlicher Rückgabefehler.
Besonders teuer werden diese Fehler dort, wo das Exemplar eines Hochwertfahrzeugs verloren geht oder eine komplette Schließanlage neu verschlossen werden muss. Eine einfache monatliche Sichtprüfung deckt die meisten dieser Schwachstellen frühzeitig auf und verhindert teure Folgeschäden.

Mehr Übersicht, mehr Vertrauen – mit System zum effizienten Ablauf
Ein professionelles Schlüsselmanagement ist weit mehr als eine ordentliche Aufbewahrung. Es verkürzt Suchzeiten, schützt vor Verlust und signalisiert Kunden auf den ersten Blick, dass ihr Fahrzeug oder Objekt in zuverlässigen Händen liegt. Fragt ein Kunde nach seinem Fahrzeugschlüssel und erhält ihn sofort ausgehändigt, entsteht das Gefühl von Kompetenz und Organisation – eine Eigenschaft, die sich direkt auf Kundentreue und Weiterempfehlungsbereitschaft auswirkt.
Welche Werkzeuge den Kern des Systems bilden, hängt von der Betriebsgröße und den jeweiligen Schlüsselarten ab. Schlüsseltafel und farbige Anhänger genügen in kleinen Einheiten; in mittleren und großen Betrieben kommen Schlüsselschränke, Schlüsseltresore und für den mobilen Einsatz Schlüsselkoffer hinzu. Kombiniert mit einem klar definierten Prozess aus Bestandsaufnahme, Kennzeichnung, Dokumentation und Prüfung entsteht ein belastbares Schlüsselmanagement, das im Tagesgeschäft entlastet und bei einer Prüfung oder im Schadenfall Sicherheit gibt. Tiefergehende Impulse zur übergeordneten Betriebsorganisation finden Sie in unseren Magazinartikeln Aufgeräumte Werkstatt, sichere Abläufe und Grundausstattung für die Kfz-Werkstatt.

Häufige Fragen zum Schlüsselmanagement
Was versteht man unter Schlüsselmanagement?
Unter Schlüsselmanagement versteht man die systematische Organisation aller Exemplare, die in einem Betrieb verwaltet werden – einschließlich Kennzeichnung, Aufbewahrung, Ausgabe, Rücknahme und Dokumentation. Ziel ist es, jedes Stück jederzeit auffindbar, sicher verwahrt und eindeutig einer Person oder einem Objekt zugeordnet zu haben.
Welche Werkzeuge gehören zur Grundausstattung für das Schlüsselmanagement?
Als Basis eines belastbaren Schlüsselmanagements dienen Schlüsselanhänger oder Schlaufenetiketten für die Kennzeichnung, eine Schlüsseltafel oder ein Schlüsselschrank für die zentrale Aufbewahrung sowie Zahlenmarken zur eindeutigen Zuordnung. Je nach Wertigkeit des Bestands kommen zusätzlich Schlüsseltresore und für den mobilen Einsatz Schlüsselkoffer hinzu.
Worin unterscheidet sich ein Schlüsselschrank von einem Schlüsseltresor?
Ein Schlüsselschrank ist abschließbar und schützt den Bestand vor unbefugtem Zugriff im Tagesbetrieb. Ein Schlüsseltresor kann – je nach Bauart und Sicherheitsklasse – eine höhere Sicherheitsstufe bieten, oft mit verstärktem Korpus und widerstandsfähigem Schloss. Er eignet sich für hochwertige Exemplare sowie für die gemeinsame Aufbewahrung mit Fahrzeugpapieren oder anderen vertraulichen Unterlagen.
Wie viele Fahrzeugschlüssel passen in einen Schlüsselkoffer?
Die Kapazität hängt vom Modell ab und reicht von kompakten Varianten für kleinere Bestände bis zu größeren Ausführungen für mehrere Dutzend Stück. Die Wahl der Größe richtet sich nach dem Einsatzzweck: Kleinere Modelle genügen für den Außendienst oder die Filialbetreuung, größere Varianten eignen sich für die mobile Flottenverwaltung.
Wer haftet, wenn ein Kundenschlüssel in der Werkstatt verloren geht?
Grundsätzlich übernimmt der Betrieb mit der Annahme eines Kundenschlüssels vertragliche Schutz- und Sorgfaltspflichten. Ob und in welchem Umfang Ansprüche entstehen, hängt vom Einzelfall, den vereinbarten Geschäftsbedingungen und der Betriebshaftpflicht ab. Eine lückenlose Dokumentation der Annahme und Rückgabe ist der wichtigste Schutz im Streitfall. Konkrete Rechtsfragen sind mit einer Rechtsberatung zu klären.
Welche Rolle spielt die Datenschutz-Grundverordnung beim Schlüsselmanagement?
Sobald Zuordnungsdaten Rückschlüsse auf Personen zulassen – etwa über Kundennamen, Kennzeichen oder Objektadressen – gelten die Regeln der DSGVO. Die Daten sind vor unbefugtem Zugriff zu schützen, der Kreis zugriffsberechtigter Personen klar zu definieren und die Aufbewahrungsdauer auf das notwendige Maß zu begrenzen.
Wie lässt sich Schlüsselmanagement in der Hausverwaltung umsetzen?
In der Hausverwaltung empfiehlt sich eine Kombination aus nummerierter Schlüsseltafel oder abschließbarem Schlüsselschrank, farbcodierten Anhängern zur Unterscheidung von Objekt-, Bereichs- und Generalschlüsseln sowie einem schriftlichen oder digitalen Ausgabeprotokoll. Für besonders wertvolle Generalschlüssel bietet ein Schlüsseltresor zusätzlichen Schutz.
Was ist bei elektronischen Fahrzeugschlüsseln und Keyless-Systemen zu beachten?
Elektronische Sender und Keyless-Go-Exemplare sollten im Schlüsselmanagement getrennt vom zugehörigen Fahrzeug gelagert werden und nicht offen im Annahmebereich liegen. Bei Keyless-Modellen reduziert eine signaldämpfende Box oder ein geschirmter Schrank die Gefahr, dass das Funksignal ungewollt verlängert wird. Jede Ausgabe gehört auch hier dokumentiert.
HERMANN Fachversand










