Flurförderzeuge im Überblick

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Inhaltsverzeichnis

Welche Arten gibt es und wofür werden sie eingesetzt?

Welche Arten von Flurförderzeugen (FFZ) gibt es – und welche davon eignet sich für welche Transportaufgabe am besten? In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie sich die wichtigsten Arten von Flurförderzeugen unterscheiden, welche Varianten für welche Transport-Aufgabe in Ihrem Betrieb am besten geeignet ist und welche Vorschriften Sie beim sicheren Einsatz beachten müssen.

Was sind Flurförderzeuge?

Wenn Sie sich einen Überblick über Flurförderzeuge verschaffen, ist vor allem interessant, worin sich die verschiedenen Arten unterscheiden und welche Vorteile die jeweilige Bauart für bestimmte Transportaufgaben bietet. Ein Handhubwagen erfüllt schließlich eine andere Funktion als ein Hochhubwagen, ein Gegengewichtsstapler oder ein Schlepper. Manche Geräte bewegen Güter hauptsächlich horizontal, andere können zusätzlich stapeln, hohe Regale erreichen, einzelne Waren kommissionieren oder mehrere Ladungsträger ziehen.

Was Flurförderzeuge kennzeichnet

Als Flurförderzeuge werden bodengebundene, frei lenkbare Fördermittel für den innerbetrieblichen Transport zusammengefasst. Je nach Bauart tragen, ziehen oder schieben sie Transportgut. Verfügt ein Gerät über eine Hubeinrichtung, kann es Waren zusätzlich aufnehmen, anheben, absetzen oder stapeln. Damit gehören ganz unterschiedliche Transportgeräte zu den Flurförderzeugen, beispielsweise Hand- und Elektrohubwagen, Hochhubwagen, Kommissionierstapler und Schlepper.

FFZ nach VDI 3586

Die VDI 3586 unterscheidet Flurförderzeuge unter anderem nach Fahrantrieb, Bedienungsart, Bauform beziehungsweise Verwendung sowie Zwangsführung oder -lenkung. Diese Merkmale werden miteinander kombiniert. Ein Hochhubwagen bezeichnet beispielsweise zunächst die Bauart beziehungsweise Verwendung; zusätzlich kann er elektrisch angetrieben und als Mitgängergerät ausgeführt sein. Bei einem Mitgängergerät gehen Sie neben dem Flurförderzeug und steuern es über die Deichsel. Die Kurzbezeichnung HGU steht entsprechend für einen handbetriebenen, mitgängergeführten Gabelhubwagen. Für den sicheren Betrieb gelten je nach Bauart und Bedienungsform unterschiedliche Anforderungen. Die DGUV Vorschrift 68 unterscheidet unter anderem zwischen Flurförderzeugen mit Fahrersitz oder Fahrerstand und mitgängergeführten Geräten. Daraus ergeben sich unterschiedliche Vorgaben für Qualifikation und Beauftragung. Eine weitere Unterscheidung betrifft die Hubeinrichtung: FFZ ohne Hubeinrichtung befördern, ziehen oder schieben Lasten; Geräte mit Hubeinrichtung können diese zusätzlich aufnehmen, anheben, absetzen, stapeln oder in Regale einlagern. Auf die Anforderungen beim sicheren Einsatz gehen wir später noch genauer ein. Welche Art von Flurförderzeug benötigt wird, hängt vor allem von der Transportaufgabe ab.

Infografik zur Einordnung von Flurförderzeugen nach VDI 3586 anhand von Fahrantrieb, Bedienungsart, Bauform und Zwangsführung

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Welche Arten von Flurförderzeugen gibt es – und welche Aufgaben übernehmen sie?

Bei palettierten Waren unterscheiden sich die geeigneten Flurförderzeugarten zunächst danach, ob die Palette nur bodennah transportiert, auf Arbeitshöhe angehoben oder in ein Regal eingelagert werden soll. Für den bodennahen Transport muss sie nur wenige Zentimeter angehoben werden. Soll sie dagegen auf Arbeitshöhe bereitgestellt oder auf verschiedenen Regalebenen ein- und ausgelagert werden, sind Arten mit entsprechend größerer Hubhöhe erforderlich.

Handhubwagen: Paletten bodennah transportieren

Mit einem Handhubwagen, häufig auch Gabelhubwagen genannt, lassen sich palettierte Waren aufnehmen und bodennah transportieren. Die Gabeln werden unter die Palette geschoben und über die Deichsel hydraulisch angehoben. Anschließend ziehen oder schieben Sie den Hubwagen von Hand. Ob sich ein Handhubwagen für die jeweilige Transportaufgabe eignet, hängt nicht allein vom Gewicht der Palette ab. Auch Streckenlänge, Steigungen und der Rollwiderstand des Bodens beeinflussen, wie viel Kraft beim Ziehen oder Schieben erforderlich ist. Bei häufigen Transporten auf längeren oder ungünstigen Strecken kann die körperliche Belastung entsprechend hoch werden. Genau hier liegt die wesentliche Grenze des Handhubwagens: Die Fahrbewegung erfolgt vollständig durch Muskelkraft. Bei schweren Paletten, längeren Strecken oder Steigungen kann deshalb ein Elektro-Niederhubwagen die geeignetere Lösung sein. Sein Fahrmotor bewegt das FFZ, während die Palette weiterhin nur so weit angehoben wird, wie es für den bodennahen Transport erforderlich ist. Viele kompakte Elektro-Niederhubwagen werden als Mitgängergeräte geführt; Sie gehen dabei neben dem Fahrzeug und steuern es über die Deichsel. Für längere Fahrstrecken gibt es auch Ausführungen mit Fahrerplattform oder Fahrerstand. Soll die Palette nicht nur bodennah transportiert, sondern zusätzlich auf Arbeitshöhe angehoben werden, kommen dafür entsprechende Hubgeräte infrage. Ein Scherenhubwagen verbindet diese Hubfunktion mit dem Palettentransport.

Fetra Gabelhubwagen 2500 kg Gabellänge 1150 mm Bereifung Polyurethan

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Scherenhubwagen zwischen Palettentransport und Bereitstellung auf Arbeitshöhe

Der Scherenhubwagen verbindet den bodennahen Palettentransport mit der Möglichkeit, die aufgenommene Palette deutlich höher anzuheben. Über die Scherenmechanik bringen Sie Waren auf eine günstigere Arbeits- oder Bereitstellungshöhe und können sie dort entnehmen oder auflegen, ohne sich wiederholt tief bücken zu müssen. Das Anheben erfolgt je nach Ausführung hydraulisch oder elektrisch unterstützt. Der Einsatzschwerpunkt liegt auf der Bereitstellung der Palette in Arbeitshöhe. Für das Ein- und Auslagern auf verschiedenen Regalebenen ist dagegen ein Gerät mit Hubmast erforderlich. Diese Aufgabe übernimmt beispielsweise ein Hochhubwagen.

Fetra Scheren-Hubwagen 500 kg Gabellänge 1115 mm

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Hochhubwagen: Paletten transportieren und einlagern

Sollen Paletten auf verschiedenen Regalebenen ein- und ausgelagert werden, übernimmt der Hochhubwagen diese Aufgabe über seinen Hubmast. Die Gabeln lassen sich damit deutlich höher anheben als bei einem Scherenhubwagen, sodass Sie die Palette vom Boden aufnehmen, zum Lagerplatz bringen und auf der vorgesehenen Regalebene absetzen können. Wie der Hochhubwagen bewegt und angehoben wird, hängt von der Ausführung ab. Bei manuellen Modellen erfolgt die Fahrbewegung von Hand; für das Heben kommen hydraulische Systeme oder Handwinden zum Einsatz. Elektrische Varianten unterstützen den Fahrantrieb, die Hubbewegung oder beides. Vor allem mitgängergeführte Ausführungen benötigen beim Rangieren häufig weniger Platz als ein Gegengewichtsstapler. Bei der Nutzung am Lager-Regal müssen Sie besonders auf die Radarme achten. Sie verlaufen bei vielen Hochhubwagen unter beziehungsweise seitlich der Palette und benötigen dort genügend Freiraum. Einfahröffnungen des Ladungsträgers, Abstand der Radarme und Bauweise des Regals müssen deshalb zusammenpassen, damit Sie die Palette am vorgesehenen Platz aufnehmen und absetzen können. Fehlt dieser Freiraum, kann die Bauweise des Hochhubwagens einschränken – beispielsweise bei der Palettenaufnahme direkt am Lkw oder an anderen frei zugänglichen Übergabestellen. Beim Gegengewichtsstapler liegt die Last frei vor dem Fahrzeug, sodass solche Positionen leichter angefahren werden können.

Gegengewichtsstapler: Paletten frei aufnehmen und vielseitig stapeln

Schränken die Radarme eines Hochhubwagens die Palettenaufnahme ein, bietet der Gegengewichtsstapler mehr Freiheit. Seine Gabeln ragen frei nach vorn, während ein Gegengewicht im Heck für die notwendige Standsicherheit sorgt. So lassen sich Paletten beispielsweise direkt am Lkw oder auf offenen Umschlagflächen aufnehmen, transportieren, stapeln und in Regale setzen. Der Gegengewichtsstapler wird deshalb häufig auch als Frontstapler bezeichnet. Für diese Bauweise wird allerdings mehr Rangierraum benötigt. Vor allem beim Wenden und beim rechtwinkligen Anfahren eines Regals fällt die erforderliche Arbeitsgangbreite größer aus als bei Staplerarten, die speziell für enge Regalgänge konstruiert sind. Je nach Einsatzbereich gibt es Gegengewichtsstapler mit Elektroantrieb oder Verbrennungsmotor. Bei hohen Regalen und knapp bemessenen Gängen wird der größere Platzbedarf zum Nachteil. Schubmast- und Schmalgangstapler sind für solche Lagerbereiche konstruiert und kommen beim Ein- und Auslagern mit geringeren Arbeitsgangbreiten aus.

Gegengewichtsstapler nimmt eine Palette direkt am Lkw auf und belädt den Auflieger

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Schubmast- und Schmalgangstapler: hohe Regalebenen mit geringer Arbeitsgangbreite erreichen

Weniger Rangierraum benötigt ein Schubmaststapler, weil sich Mast beziehungsweise Last zum Fahrzeug zurückziehen lassen. Dadurch erreichen Sie hohe Regalebenen mit geringerer Arbeitsgangbreite als bei einem klassischen Gegengewichtsstapler. Diese Art von Stapler eignet sich deshalb besonders für hohe Regale, bei denen zwischen den Regalzeilen wenig Platz für Wendemanöver zur Verfügung steht. Für noch schmalere Regalgänge kommen Schmalgang- oder Hochregalstapler infrage. Innerhalb des Gangs können sie so geführt werden, dass der Fahrer nicht ständig seitlich lenken muss. Bei einer mechanischen Führung halten Führungsrollen den Stapler zwischen am Boden montierten Schienen auf seiner Spur. Bei einer induktiven Führung folgt das Fahrzeug mithilfe von Sensoren einem im Boden verlegten Leitdraht. Dadurch kann der Abstand zwischen Stapler und Regal besonders gering gehalten werden. Schubmast- und Schmalgangstapler sind vor allem auf das Ein- und Auslagern kompletter Paletten ausgerichtet. Sollen stattdessen einzelne Artikel aus verschiedenen Lagerplätzen für einen Auftrag zusammengestellt werden, kommen dafür Kommissioniergeräte und Kommissionierstapler zum Einsatz.

Kommissionieren mit Fahrzeugunterstützung: Horizontal- und Vertikal-Kommissionierstapler

Je nach Entnahmehöhe kommen unterschiedliche Arten von Kommissionierstaplern infrage. In größeren Kommissionierbereichen können motorisierte Kommissioniergeräte und Kommissionierstapler die Wege zwischen den einzelnen Entnahmestellen übernehmen und zugleich Platz für die zusammengestellten Waren bereitstellen. Bleiben die benötigten Artikel in unteren Regalbereichen, übernehmen Horizontal-Kommissioniergeräte vor allem den Transport entlang der Entnahmestellen. Bei höher gelegenen Fächern kommt eine weitere Funktion hinzu: Ein Vertikal-Kommissionierstapler hebt den Fahrerstand zusammen mit der Person auf die benötigte Entnahmehöhe. Für einfachere Abläufe benötigen Sie nicht zwingend ein motorisiertes FFZ. Kommissionierwagen oder Etagenwagen lassen sich manuell durch den Lagerbereich bewegen und bieten mehrere Lade- oder Ablageflächen, auf denen Sie die entnommenen Waren geordnet mitführen können. Neben der Entnahmehöhe kann auch die Form des Transportguts eine spezielle Konstruktion erforderlich machen. Bei langem Transportgut kommen deshalb andere Arten von Staplern infrage.

Mitarbeiterin stellt einzelne Artikel aus Regalfächern zusammen und legt sie auf einen Kommissionierwagen

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Seiten- und Mehrwegestapler: Langgut mit weniger Rangieraufwand bewegen

Eine nach vorn aufgenommene lange Last benötigt beim Drehen viel Raum. Bei Rohren, Profilen, Holz oder ähnlichem Langgut kann deshalb eine andere Anordnung der Gabeln entscheidende Vorteile bieten. Transportgeräte wie Seitenstapler nehmen das Transportgut seitlich auf und bewegen es längs zur Fahrtrichtung. So lässt sich die weit auskragende Ladung beim Rangieren vermeiden. Noch mehr Bewegungsmöglichkeiten bietet das Fahrwerk eines Mehrwege- oder Vierwegestaplers. Es erlaubt Fahrbewegungen in mehreren Richtungen, sodass Sie mit langen Lasten beispielsweise seitlich in einen Gang einfahren können, ohne Stapler und Transportgut vollständig drehen zu müssen. Bei begrenztem Rangierraum kann das den Transport langer Profile, Rohre oder Holz erheblich erleichtern. Ist für das Langmaterial keine Hub- oder Stapelfunktion erforderlich, kommen auch manuell bewegte Langmaterialwagen infrage. Bei diesen Arten wird die Last vom FFZ selbst getragen. Für wiederkehrende Materialtransporte gibt es daneben ein anderes Prinzip: Das Flurförderzeug übernimmt nur die Zugfunktion, während die Ladung auf Anhängern oder Transportwagen mitgeführt wird.

Fetra Handhydraulik-Stapler Gabellänge 1150 mm / 1000 Kg

Schlepper und Routenzüge bündeln mehrere Ladungsträger auf festen Routen

Statt jeden Ladungsträger einzeln aufzunehmen, kann ein Schlepper mehrere Anhänger oder Transportwagen hintereinander ziehen. Diese Lösung eignet sich beispielsweise, wenn Sie regelmäßig Material zwischen festen Bereichen in Lager oder Produktion bewegen. Durch die Kopplung mehrerer Wagen entsteht ein Routenzug, der verschiedene Ladungsträger in einer Fahrt mitführen und an mehreren Stationen bereitstellen kann. Besonders bei wiederkehrenden Versorgungswegen mit mehreren Übergabepunkten lässt sich damit der Materialtransport bündeln. Für kürzere oder weniger komplexe Wege können manuell bewegte Palettenfahrgestelle oder Transportwagen ausreichen. Die bisher vorgestellten Arten decken typische Transportaufgaben in Lager und Produktion ab. Weichen Last, Untergrund oder Einsatzort deutlich davon ab, kommen stärker spezialisierte Fahrzeuge infrage.

Schwerlast, Gelände und Container: Spezialstapler für besondere Transportaufgaben

Besonders hohe Lastgewichte stellen andere Anforderungen an Aufbau und Standsicherheit als der übliche Palettentransport. Dafür stehen Schwerlaststapler zur Verfügung, deren Konstruktion auf entsprechend größere Lasten ausgelegt ist. Auf unbefestigten oder stark unebenen Flächen verschiebt sich der Schwerpunkt dagegen auf Fahrwerk, Bodenfreiheit und Bereifung. Geländestapler sind für solche Untergründe und den Außeneinsatz konstruiert. Noch einmal andere Anforderungen entstehen beim Containerumschlag, für den spezialisierte Containerstapler oder Reach Stacker eingesetzt werden. Eine Sonderlösung für Transporte mit dem Lkw bilden Mitnahmestapler. Sie fahren auf dem Transportfahrzeug mit und stehen am Zielort für die dortige Be- und Entladung zur Verfügung. Neben solchen spezialisierten Bauarten verändert zunehmend auch die Art der Steuerung den innerbetrieblichen Transport. Gerade bei regelmäßig wiederkehrenden Fahrwegen lassen sich bestimmte Aufgaben automatisieren.

Automatisierte Flurförderzeuge bei wiederkehrenden, klar definierten Transportwegen

Verschiedene Arten von Flurförderzeugen lassen sich automatisieren, darunter Niederhubwagen, Hochhubwagen oder Stapler. Solche Lösungen eignen sich vor allem für regelmäßig wiederkehrende Transporte zwischen klar definierten Übergabepunkten. Die grundlegende Aufgabe der jeweiligen Art bleibt erhalten; Fahrweg und Transportauftrag werden von einer automatischen Steuerung übernommen. Die Transportaufgabe grenzt zunächst ein, welche Art von Flurförderzeug infrage kommt. Ob eine konkrete Variante dafür geeignet ist, hängt jedoch auch von weiteren Bedingungen ab – etwa vom Gewicht und den Abmessungen des Transportguts, der benötigten Hubhöhe, dem verfügbaren Rangierraum und den Gegebenheiten entlang des Fahrwegs.

Worauf kommt es bei der Auswahl eines Flurförderzeugs an?

Für die konkrete Auswahl müssen die technischen Eigenschaften des FFZ zu den tatsächlichen Einsatzbedingungen passen. Dabei spielen vor allem Tragfähigkeit und Hubhöhe, die Abmessungen des Geräts, der verwendete Ladungsträger sowie die Platzverhältnisse und der Fahrweg eine Rolle.

Infografik mit typischen Transportaufgaben und der jeweils passenden Flurförderzeugart von Handhubwagen bis Routenzug

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Last und Ladungsträger: Gewicht allein reicht nicht

Die angegebene Nenntragfähigkeit sagt noch nicht, dass ein Fahrzeug jede Last dieses Gewichts unter allen Bedingungen heben darf. Berücksichtigen Sie deshalb auch Abmessungen und Schwerpunkt. Je weiter der Lastschwerpunkt von der Gabelrückseite entfernt liegt und je höher die Last angehoben wird, desto stärker kann die tatsächlich zulässige Tragfähigkeit sinken. Wie viel unter diesen Bedingungen noch aufgenommen werden darf, zeigt die Resttragfähigkeit. Die entsprechenden Werte für Hubhöhe und Lastschwerpunkt finden Sie im Tragfähigkeitsdiagramm des konkreten Fahrzeugs. Neben der Last selbst spielt auch ihr Ladungsträger eine Rolle. Europaletten, Gitterboxen oder Sonderpaletten unterscheiden sich in Abmessungen, Einfahröffnungen und Unterbau. Daraus ergeben sich konkrete Anforderungen an Gabeln, Radarme und Aufnahme. Kommen Klammern, Drehgeräte, Seitenschieber oder andere Anbaugeräte hinzu, erhöhen deren Eigengewicht und Position zusätzlich die Belastung und können den Lastschwerpunkt verschieben.

Erreicht das Fahrzeug die benötigte Regalhöhe – und bleibt genug Platz zum Rangieren?

Neben der zulässigen Tragfähigkeit müssen auch Hubhöhe und Rangierraum zum vorgesehenen Lagerplatz passen. Die Palette muss auf der benötigten Regalebene sicher aufgenommen oder abgesetzt werden können, und vor dem Regal muss genügend Platz bleiben, um das FFZ dafür zu positionieren. Ein wichtiger Kennwert ist die Arbeitsgangbreite. Sie gibt an, wie viel Raum ein bestimmtes FFZ mit einem definierten Ladungsträger zum Ein- und Auslagern benötigt. Dabei spielen unter anderem die Abmessungen des Geräts, das Lenksystem und die Größe der verwendeten Palette eine Rolle. Prüfen Sie deshalb die Herstellerangabe für das konkrete Modell und den tatsächlich eingesetzten Ladungsträger. Berücksichtigen Sie außerdem Tore, Durchfahrten und andere Engstellen rund um den Lagerplatz. Höhe und Breite müssen für das FFZ einschließlich der aufgenommenen Palette ausreichen. Auch Mast und andere Aufbauten benötigen beim Fahren und Rangieren genügend Abstand zu Regalen, Toren und baulichen Einrichtungen. Für betriebliche Verkehrswege gelten andere Anforderungen als für die Arbeitsgangbreite am Regal. Hier muss genügend Raum vorhanden sein, damit Flurförderzeuge und Personen die vorgesehenen Wege sicher nutzen können. Ob das FFZ für den vorgesehenen Einsatz geeignet ist, hängt auch von den Bedingungen auf dem Fahrweg ab. Steigungen, Unebenheiten, Außenbereiche oder besondere Umgebungsbedingungen können die Auswahl zusätzlich beeinflussen.

Fahrweg und Einsatzumgebung: Welche Bedingungen muss das Fahrzeug bewältigen?

Welche Anforderungen an Fahrwerk und Bereifung entstehen, hängt stark von den vorhandenen Flächen ab. Prüfen Sie deshalb, ob auf den vorgesehenen Wegen beispielsweise Fugen, Schwellen, beschädigte Böden oder andere Unebenheiten auftreten. Bei Rampen oder Gefällen kommt hinzu, welche Steigungen das konkrete Fahrzeug mit der vorgesehenen Last bewältigen darf.

Im Außenbereich beeinflussen Witterung, Nässe und Untergrund die Eignung zusätzlich. Geschlossene Hallen stellen andere Anforderungen, insbesondere an den Antrieb: Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor setzen Abgase frei und eignen sich deshalb nicht ohne Weiteres für jeden Innenbereich. Entscheiden Sie sich für ein Elektrofahrzeug, müssen Energieversorgung und Lademöglichkeiten zum vorgesehenen Einsatz passen. In Kühl- oder Tiefkühlbereichen benötigen Sie Fahrzeuge und Komponenten, die für die dort herrschenden Temperaturen ausgelegt sind. Explosionsgefährdete Bereiche dürfen ausschließlich mit entsprechend geeigneter Fahrzeugtechnik befahren werden. Sind diese technischen Voraussetzungen erfüllt, bleibt eine zweite Ebene: Das Fahrzeug muss im tatsächlichen Betrieb auch sicher eingesetzt werden können. Dazu gehören sowohl die Qualifikation der Personen am Fahrzeug als auch die Organisation der Verkehrswege.

Flurförderzeuge sicher einsetzen: Was im Betrieb wichtig ist

Neben der technischen Eignung müssen Sie auch beachten, welche Voraussetzungen für die Bedienung des jeweiligen Flurförderzeugs gelten. Je nach Art und Bedienungsform sind dafür eine entsprechende Qualifikation und Unterweisung erforderlich. Welche zusätzlichen Vorgaben gelten, erläutern wir in den folgenden Abschnitten.

Wer darf welches Flurförderzeug führen?

Für Flurförderzeuge mit Fahrersitz oder Fahrerstand gelten klare Voraussetzungen. Wer beispielsweise einen klassischen Gabelstapler selbstständig führt, muss mindestens 18 Jahre alt, für die Tätigkeit geeignet und entsprechend ausgebildet sein sowie seine Befähigung nachgewiesen haben. Zusätzlich ist eine schriftliche Beauftragung durch das Unternehmen erforderlich. Bei Mitgänger-Flurförderzeugen gelten andere Anforderungen. Die Personen, die diese Geräte bedienen, müssen für die Tätigkeit geeignet und im Umgang mit dem jeweiligen Gerät unterwiesen sein. Eine klassische Staplerausbildung wie bei einem Gabelstapler mit Fahrersitz oder Fahrerstand ist hierfür nicht grundsätzlich erforderlich. Welche Vorgaben zu Qualifikation, Unterweisung und dem sicheren Einsatz von Arbeitsmitteln gelten, erläutern wir ausführlicher in unserem Ratgeber „DGUV Vorschriften kurz erklärt“. Zur sicheren Nutzung von Flurförderzeugen gehört außerdem die Organisation der Verkehrswege. Besonders dort, wo sich Fahr- und Gehbereiche kreuzen oder unmittelbar nebeneinander verlaufen, müssen mögliche Gefahren für Personen berücksichtigt werden.

Verkehrswege in Lager und Produktion sicher organisieren

In Lagern, Produktionsbereichen und anderen innerbetrieblichen Transportzonen liegen Fahr- und Gehbereiche häufig unmittelbar nebeneinander oder überschneiden sich. Besonders an Kreuzungen, Einmündungen, Toren und schlecht einsehbaren Stellen steigt dadurch das Risiko, dass Personen in Fahrwege geraten oder zwischen Fahrzeugen, Regalen und anderen Einrichtungen eingequetscht werden. Wo es die räumlichen Verhältnisse zulassen, sollten Sie Fahr- und Gehwege eindeutig voneinander trennen. Bodenmarkierungen sorgen für eine klare Führung; Absperrungen oder bauliche Trennungen können zusätzlich verhindern, dass Personen unbeabsichtigt in Fahrbereiche gelangen. An Kreuzungen und Toren ist vor allem ausreichende Sicht auf den jeweils anderen Verkehrsweg wichtig. Sicht und verfügbarer Raum hängen außerdem davon ab, wie die angrenzenden Flächen genutzt werden. Abgestellte Paletten, Waren oder Fahrzeuge sollten deshalb weder Verkehrswege verengen noch Sichtbereiche verdecken. Gerade zwischen Regalzeilen oder an Übergängen zwischen Lager und Produktion können solche Hindernisse dazu führen, dass sich Fahrzeuge und Personen erst spät gegenseitig erkennen. Wie Sie Fahr- und Gehwege kennzeichnen, typische Gefahrenstellen absichern und weitere Sicherheitsmaßnahmen im Lager umsetzen, zeigen wir Ihnen in unserem Beitrag „Sicherheit im Lager“. Zu einem sicheren Transport gehört schließlich auch der Zustand des eingesetzten FFZ und der aufgenommenen Last.

Durch Bodenmarkierungen getrennte Fahr- und Gehwege in einem Lager mit Hochregalen

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Fahrzeug und Last vor dem Einsatz prüfen

Nach § 9 DGUV Vorschrift 68 müssen Flurförderzeuge täglich vor Einsatzbeginn auf erkennbare Mängel geprüft und auch während des Betriebs weiter beobachtet werden. Sicherheitsrelevante Schäden oder Funktionsstörungen schließen den weiteren Einsatz aus. Beziehen Sie dabei auch Ladungsträger und Last mit ein. Beschädigte Paletten oder instabile Ladeeinheiten können beim Transport und besonders beim Anheben zusätzliche Gefahren verursachen. Damit sind die wichtigsten Unterschiede zwischen den Fahrzeugarten, ihre Einsatzbedingungen und die grundlegenden Anforderungen für den sicheren Betrieb eingeordnet. Für die schnelle Orientierung lässt sich die zentrale Frage des Artikels nun noch einmal direkt über die Transportaufgabe beantworten.

Flurförderzeugarten und typische Transportaufgaben im Überblick

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen die wichtigsten Arten und ihre typischen Transportaufgaben kompakt:

Transportaufgabe Geeignete Fahrzeugart
Paletten bodennah transportieren Handhubwagen oder Elektro-Niederhubwagen
Paletten zusätzlich auf Arbeitshöhe anheben Scherenhubwagen
Paletten transportieren und in Regale einlagern Hochhubwagen
Paletten flexibel aufnehmen, stapeln und verladen Gegengewichtsstapler
hohe Regale bei begrenzter Arbeitsgangbreite nutzen Schubmaststapler
sehr schmale Hochregalgänge nutzen Schmalgang-/Hochregalstapler
einzelne Artikel aus Lagerplätzen zusammenstellen Kommissioniergerät bzw. Kommissionierstapler
Rohre, Profile oder anderes Langgut bewegen Seiten- oder Mehrwegestapler
mehrere Ladungsträger auf wiederkehrenden Strecken ziehen Schlepper bzw. Routenzug
sehr schwere Lasten oder besondere Einsatzbereiche bewältigen entsprechend ausgelegte Spezialfahrzeuge

Benötigen Sie für eine Transportaufgabe keine Hub- oder Stapelfunktion, können klassische Transportwagen eine einfachere Lösung bieten. Die verschiedenen Bauformen stellen wir Ihnen im Beitrag „Transportwagen für Industrie und Lager“ genauer vor.

Welche Art von Flurförderzeug passt zu Ihrem Betrieb?

Welche Art passt, hängt zuerst von der Aufgabe ab: Muss eine Last nur bodennah transportiert, auf Arbeitshöhe bereitgestellt, in ein Regal eingelagert, kommissioniert oder gezogen werden? Anschließend bestimmen Gewicht und Abmessungen des Transportguts, Hubhöhe, Rangierraum, Fahrweg und Einsatzumgebung, welche konkrete Ausführung dafür geeignet ist. So lässt sich die Auswahl auf die Eigenschaften konzentrieren, die für die tatsächlichen Transportaufgaben in Ihrem Betrieb benötigt werden.